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Die Historie des Zerbster Handballs und des Vereins

Der Handballsport hat in unserer Stadt eine lange Tradition. 1924, also vor beinahe 90 Jahren, spielten schon Sportler des Arbeiter-Turn- und Sportvereins “Jahn“ ein dem heutigen Hallenhandball ähnliches Spiel mit 2 x 7 Spielern und zwei kleinen Toren. Das Spiel, das man Raffball nannte, wurde damals auf der Rohrteichwiese gespielt.

Nur zwei Jahre später betrieben sogar Mannschaften aus zwei Zerbster Vereinen, dem Turnverein „Jahn“ und dem Schwimmklub 02, diese Sportart auf dem Großfeld wettkampfmäßig. In den darauffolgenden Jahren zogen weitere ansässige Vereine nach. In den Kriegsjahren fiel es den Vereinen schwer spielfähige Mannschaften zu bilden, nichts desto trotz wurde vermutlich 1942 erstmals eine Frauenmannschaft gebildet.

 

Nach dem Krieg wurde der Handballsport insbesondere in der BSG Einheit/Empor Zerbst zu neuem Leben erweckt. Mehr als 30 Jahre hielt hier Joachim Schnelle als Sektionsleiter die Fäden in der Hand. 1962  schaffte die Frauenmannschaft den Aufstieg in die Feldhandballoberliga und 1963/64 unter der Leitung von Helmut Klatt in die Hallenhandball-DDR-Liga.

Eine eigene Halle hatte Zerbst lange Zeit nicht zu bieten, man bestritt die „Heimspiele“ in Magdeburg oder Dessau. 1973 wurde endlich die ersehnte Sporthalle für alle Handballfreunde eingeweiht. Viele Eigenleistungen hatten die Sportler dafür in Zusammenarbeit mit der PGH Roland für die neue Hermann-Matern-Halle erbracht.

Spielerinnen wie Dorothea Rathmann, Ilse Panjas, Doris Wander sorgten viele Jahre für erfolgreichen Handballsport in unserer Kleinstadt. Die Männer spielten erst in der Bezirksklasse, dann in der Bezirksliga und standen trotz noch heute in Handballkreisen bekannter Namen, wie Klaus Morotzek, Walter Tharan, Klaus Scharrmann, Manfred Bringezu  dennoch im Schatten der Damen.

Der Verein stellte Handballmannschaften jeder Altersklasse, Ernst Schimpf und viele andere machten sich schon damals als Trainer verdient und so wuchsen hier Handballtalente wie Uwe Tiepelmann, Fred Hebestreit, Rüdiger Willnow, Norbert Bratke, Oliver Fambach, Markus Panjas, Gerd Zander, Ute Reinicke, Silvia Schulze, Hella Schroeter, Gundel Rathmann, Birgit Müller heran, die dem Verein noch über die Wende hinweg den Rücken stärkten und Garant für tolle Handballkunst in Zerbst waren.

HÜRDEN DES VEREINS

Nach der Wende wurde aus der BSG Einheit/Empor der TSV Rot/Weiß Zerbst.

1995 beschlossen die Mitglieder der Sektion Handball die Gründung eines eigenen Vereins, der HSV 95 Zerbst wurde geboren. Die Männermannschaft trat aus dem Schatten der über Jahrzehnte so erfolgreichen Frauen und spielte nun unter Bodo Benecke und Werner Leißring in der höchsten Spielklasse Sachsen-Anhalts. Eingekaufte Spieler wie der Rumäne Vasile Stanciu, SCM-Spielmacher Jens Fiedler oder Christian Dreibrodt unterstützten die Zerbster Sieben, mussten aber teuer bezahlt werden. Ein Konzept, das nicht aufgehen konnte und so wurde nach nur fünf Jahren aus dem HSV 95 Zerbst der HSV 2000 Zerbst.

Demografischer Wandel

In den letzten Jahren setzt der Verein nun immer mehr auf die Pflege und Förderung der Jugendmannschaften, da (eigentlich viel zu spät) erkannt wurde, dass der demografische Wandel auch vor dem Sport keinen Halt macht.

Dennoch kann im männlichen Bereich schon wieder in fast jeder Altersklasse eine Mannschaft an den Start gehen – unsere B-Jugend spielte im letzten Jahr erfolgreich in der Oberliga, der höchsten Spielklasse Sachsen-Anhalts mit und wird dies in der kommenden Saison in der A-Jugend fortsetzen. Aber auch die andern Mannschaften geben Grund zum Stolz. Selbst im weiblichen Nachwuchsbereich sind wieder Anfänge gemacht.

Möge diese von den Trainern und Betreuern mit Akribie und Leidenschaft betriebene Jugendarbeit in Zukunft ihre Früchte tragen. Vielen Dank allen, die sie und uns dabei unterstützen.